Abenteuer Jeep
Abenteuer Jeep

PIETRA MARIA

30. September 2013

Eine interessante Route, die man in keinem Offroad-Führer findet, startet direkt vor unserer Haustür in Gravere bzw. Bastia. Hinter unserem Haus in Bastia starten immer wieder Kolonnen von Enduros und Squads in die Berge und wir fragen uns, wohin alle diese Fahrzeuge eigentlich fahren. Tatsächlich befahren sie eine Tour die nur für Enduros und Squads geeignet ist, wie wir bald herausfinden.

An einem der ersten Tage erforschen wir diese Strecke und lassen uns überraschen. Zuerst führt der geschotterte Weg durch ein Waldstück leicht bergan, dann teilt sich der Weg. Allerdings ist eine der Strecken durch ein Gitter gesperrt, wir folgen der anderen Route, die auch interessanter aussieht. Nach einigen Metern erreichten wir eine Fuhrt, durch die ein Wildbach rauscht. Die Durchfahrt bereitete allerdings keine Probleme, da das Wasser durch eine Betonwanne geführt wird.

Kurz danach drängt sich der Weg an einem gigantischen Felsen vorbei, dem  „Pietra Maria di Gravere“.

Dahinter entdecken wir eine alte Betonbrücke, danach wird der Weg sehr holprig und matschig. Wir gelangen an eine geöffnete Schranke, unter der wir gerade so durchpassen. Grobe hölzerne Querrinnen erschweren die Weiterfahrt und die Neigung des Hangs wird immer extremer.

Wir beschließen den Weg erst einmal zu Fuß zu erkunden. Soweit wir sehen, bietet das obere Teilstück keine Wendemöglichkeiten und es ist auch auch nicht einschätzbar, wie der Weg überhaupt weiter verlaufen wird. Sobald wir aus dem Jeep steigen stellen wir fest, wie steil der Hang hier tatsächlich ist: im Wagen ist uns das kaum aufgefallen.

Nur mit Mühe kraxeln wir bis zur nächsten Kurve den Hang hinauf, aber hinter der Biegung wird es immer noch steiler, so dass wir kaum noch von der Stelle kamen. Es fehlt nicht viel, und wir müssten klettern. Irgendwo zwischen geschätzten 80% bis 100% Steigung muss es wohl gewesen sein. Da sehen wir auch schon das Ende unserer Expedition vor uns. Riesige Felsen verhindern die Weiterfahrt, nur eine Enduro oder ein schmaler Squad passen hier durch.

Endstation! Aber wir sind nicht traurig, denn die Weiterfahrt auf dem extrem steilen und schmalen Geröllweg ist nicht ungefährlich für ein Fahrzeug unserer Größe. Das ist definitiv kein Weg für einen Geländewagen, also treten wir den Rückzug an. Allerdings sehr vorsichtig im Rückwärtsgang, denn der schwere Jeep kommt trotz Untersetzungsgetriebe auf dem Geröll immer wieder unkontrolliert ins Rutschen. Jetzt wird uns auch klar, dass man sich beim Bergauffahren gefährlicher Hänge auch Gedanken darüber machen muss, wie man wieder heil herunter kommt!

Der heutige Tag ist uns eine Lehre, nicht jedem Weg zu, den andere, waghalsige Geländefahrzeuge zuvor gefahren sind. Spaß hat es aber trotzdem gemacht.

Fazit: Offroadspass halsbrecherisch, leider nur für Zweiräder, von der Landschaft nicht viel gesehen außer Wald.